Carlfriedrich Claus

(* 1930 in Annaberg-Buchholz, †1998 in Chemnitz)

1977 gründet er zusammen mit Michael Morgner, Thomas Ranft, Dagmar Ranft-Schinke und Gregor-Thorsten Schade nach Ranfts Idee die Künstlergruppe und Produzentengalerie Clara Mosch (1977–1982) in Adelsberg, einem Stadtteil von Karl-Marx-Stadt.

Claus unterhielt Kontakte zu anderen konkreten Poeten (insbesondere zu Franz Mon) und besonders zur Avantgarde aus Tschechien, Polen, Italien und Frankreich. Kontakte innerhalb der Sowjetunion waren besser möglich als in den Westen. (Franz Mon organisierte für ihn Ausstellungen im Westen.) Mehrmals werden Dokumente abgefangen. Carlfriedrich Claus lebte nach der Philosophie Blochs, dessen Werk "Das Prinzip Hoffnung", ihn zeitlebens faszinierte.

In Zusammenarbeit mit Thomas Ranft entstand der Zyklus "Aurora", zusätzlich mit 10 Radierungen "In Ergänzung Dunkel". Herausgeber: Verlag der Kunst Dresden (Rudolf Meier).

Carlfriedrich Claus hat ein Oeuvre geschaffen, das im Spannungsfeld von Philosophie, Bildender Kunst, Linguistik und akustischer Literatur siedelt. Sowohl visuell als auch akustisch hat er darin die Dimensionen menschlichen Bewusstseins ausgelotet und reflektiert und so einen singulären Beitrag zur Kunst des 20. Jahrhunderts geleistet.
Das Werk dieses Künstlers ist intermedial von Grund auf und lange, bevor der Terminus zum Modewort wurde.

Obwohl sich Carlfriedrich Claus selbst immer als Autor verstanden hat, werden seine Werke in Museen gesammelt und auch auf Musikfestivals aufgeführt.